4
Jun
2006

Kiffen steckt an

Gespräche mit Kiffern sind ungefähr so, wie wenn ich mich mit meiner schwerhörigen Oma unterhalte. Das die Gute seit über 13 Jahren Tod ist macht da auch keinen Unterschied. Das Gehirn eines Kiffers ist die Lunge. Ein Tiefschwarzes, geflügeltes Ding, dass hin und wieder per starkem Auswurf auf sich aufmerksam macht. Zumindest bei Langzeitkiffern wie meinem lieben Freund A. Allein deswegen, weil er Freund und Feind nicht auseinander halten kann, geht es ihm gut. Wenn jemand seine Brieftasche geklaut hat, glaubt A er habe sie verliehen. Wenn der Gerichtsvollzieher einen Kuckuk auf seine Gitarre klebt freut er sich über den tollen neuen Sticker. Und wenn seine Freundin mal wieder rumgereicht wurde, sagt er sich naja, dann ist sie ja erstmal wieder ruhig. Die einzigste Situation die ihn kirre macht ist die, wenn kein Gras mehr da ist.

Mit ihm zu sprechen ist nervenaufreibend, fickrigmachend, energieraubend. Jeder Satz muß zwei bis dreimal wiederholt werden und das heißt noch lange nicht, dass er auch geschnallt hat worum es geht. Eine einfache Unterhaltung ist selten. Und wenn sie zustande kommt ist es eine abenteuerliche Angelegenheit. Er lebt in einer riesigen Dampfwolke. Die Unterlippe nach oben ziehend, die Schultern zuckend sitzt er da und kreiert einen Joint wie die Welt ihn noch nicht gesehen hat. Ungestört. Das Leben ist schön. Ich habe die Wahl in seiner kargen Küche meinen Blutdruck so hoch schießen zu lassen, dass mir sämtliche Äderchen platzen, oder ich dröhne mir die Birne so dermaßen zu, das ich seine Gegewart ertragen kann. Er ist ja auch immer noch mein Kumpel. Was soll man da machen?

Flach ist schön

Ah, verstehe. Kurze Sätze schreiben. Kurz. Einfach. So wie Kollege M spricht.
Hier... er klopft locker aus dem Handgelenk auf den Bildschirm ...Stereo! Knaller. Oder auch Hier, für´n Fuffi mehr. Gekauft. In M´s Leben gibts keine Argumente. Kaufen! Und Schnauze halten! Und was machen die Leute? Die kaufen tatsächlich und halten sogar die Schnauze. Vielleicht liegts daran, das Kollege M Fernseher verkauft. Wieviel Fernsehsüchtige gibt es eigentlich in diesem Land? Sie rennen los, schmeißen horende Summen für den elektrischen Farbflachmann in das beinahe wie ein Fenster aussehende HDTV-Bild und sparen sich dabei ´n Steifen. Spätestens nächstes Jahr können sie Stolz auf sich sein, dass sie drei Prozent weniger bezahlt haben. Mit drei Prozent mehr in der Tasche kann man dann wunderbar stilvoll fernseh gucken. Raabs Stotterer und Schmidts Abwesenheit wegen Ferien zum Beispiel. Wieso macht einer der für´s Fernsehen Arbeitet eigentlich Oster- oder Pfingstferien? Was soll´s, die Kreditnehmer für einen 2000 Euro Bildschirm (soll ja schon was vernünftiges sein) schauen Schmidt eh nicht an. Für die ist nur wichtig: Raabs flache Gags auf ihrem flachen Bildschirm vor der flachen Birne, neben der flachen Frau.

Die WM trägt natürlich einiges zu dem aktuellen Flachbild-boom bei. So wird jedes Spiel Pixel für Pixel auseinander genommen. Das mühsam ersparte oder eben geliehene Geld konnte ja nicht in Tickets angelegt werden, also gibts dafür ´n neuen Fernseher. Ein kleiner Trost mit 5 Metern Bildschirmdiagonale. Hauptargument: Flach. Der Fernseher muß flach sein. So flach wie die Erde. Wollen sie einen Kaufen? Hier... klopf, klopf... Stereo..!
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Karl Kackbratze hatte immerhin eine Wahl und die hat...
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